Westfalen-Blatt: zu Förderschulen und Inklusion

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Die NRW-Landesregierung betont, sie schaffe
keine Förderschulen ab. Das ist inhaltlich richtig, aber unredlich.
Rot-Grün hat zwar keine Schließung von Förderschulen angeordnet. Sie
ist aber die logische Konsequenz der Umsetzung des Rechtsanspruchs
auf Inklusion. Der Gedanke, dass jedes Kind in eine Regelschule
integriert werden kann, beinhaltet zu Ende gedacht, dass
Förderschulen nicht mehr gebraucht werden. Das sollte die
NRW-Schulministerin endlich genau so sagen und nicht länger so tun,
als seien alle Formen von Förderschulen außer der mit dem Schwerpunkt
Lernen nicht in ihrem Bestand gefährdet. Außerdem suggeriert
Rot-Grün, dass nur die Eltern mit ihren Anmeldungen darüber
entscheiden, welche Schulformen erhalten bleiben. Wenn lange gängige
Ausnahmen bei der Mindestschülerzahl jedoch abgeschafft werden, tut
die Regierung ihr Übriges, um das Sterben von Förderschulen
voranzutreiben. Und je weniger es gibt, desto länger werden die Wege
für Förderschulkinder. Das sorgt wieder für weniger Anmeldungen –
eine Abwärtsspirale. Dabei braucht es Förderschulen. Denn Inklusion
hat Grenzen. Nicht für jedes Kind ist die Regelschule der ideale Ort.
Doch wenn es immer weniger Förderschulen gibt, nimmt man Eltern die
Entscheidungsfreiheit.

Pressekontakt:
Westfalen-Blatt
Chef vom Dienst Nachrichten
Andreas Kolesch
Telefon: 0521 – 585261

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