Westfalen-Blatt: zum Thema „Schlepper“

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Die Nato hat einen neuen Feind: den Schlepper
oder Schleuser. Er wirft zwar keine Bomben. Trotzdem richten einige
großes Unheil an. Schlepper gaukeln Bewohnern von Ländern, die
vom Wohlstand der Welt ausgeschlossen sind, ein besseres Leben im
reichen Westen vor. Sie sind dafür verantwortlich, dass Familien
sich verschulden, um einem Mitglied die lange Reise zu finanzieren.
Sie stecken die Auswanderer in luftdichte Lkw oder auf Boote, mit
denen man vielleicht einen Fluss, aber auf keinen Fall das
Mittelmeer überqueren sollte. Wenn die Flüchtlinge sterben – was
macht es? Die Verbrecher haben längst einen Großteil des Geldes
kassiert. Auch später sind Schlepper für manches Unheil
verantwortlich – nicht nur, weil einige mit Ausbeuterfirmen und
sogar Bordellen zusammenarbeiten. Auch mancher falsche Rat, über den
Asylbewerber stolpern, geht auf sie zurück. Der Schlepper – ein
klar definierter Feind? Es gab Zeiten in der deutschen Geschichte,
da waren Fluchthelfer hoch geschätzt. Die Juden zur Nazi-Zeit und
die Flüchtlinge aus der DDR waren auf alle angewiesen, die Pässe
fälschten und Schleichwege über die Grenze kannten. Die Bekämpfung
der kriminellen Schleuser ist eher eine Aufgabe für Polizei und
Geheimdienst, weniger für das Militär.

Pressekontakt:
Westfalen-Blatt
Chef vom Dienst Nachrichten
Andreas Kolesch
Telefon: 0521 – 585261

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