Westfalen-Blatt: zur Forderung der Kanzlerin

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Auf den ersten Blick scheint es so, als käme die
Forderung der Kanzlerin an die Deutsch-Türken aus dem Nichts. Gut
drei Wochen nach der Pro-Erdogan-Demonstration in Köln klingen Angela
Merkels Worte wie eine verspätete Ermahnung, die man sich vor der
türkischen Demo auf deutschem Boden gewünscht hätte. Auf den zweiten
Blick wirkt der Zeitpunkt durchaus sinnvoll – aus Sicht der
CDU-Vorsitzenden. Die CSU will das neue Doppelpassgesetz wieder
abschaffen, der bayerischen Seele tun die Worte der Kanzlerin gut.
Gleiches gilt für Merkels eigene Partei, vor allem für die
Wahlkämpfer in Mecklenburg-Vorpommern. An der Ostsee droht nicht nur
der CDU ein schwaches Ergebnis. Laut jüngsten Umfragen könnte die SPD
am 4. September von 35,6 Prozent (2011) auf 26 Prozent absacken,
während die CDU bei 23 Prozent dümpelt. Sollte die AfD, die bei 19
Prozent liegt, stärkste Partei im Landtag werden, wäre die Kanzlerin
angeschlagen. Auch vor diesem Hintergrund müssen Merkels Aussagen
betrachtet werden. Denn es ist Wahlkampf.

Pressekontakt:
Westfalen-Blatt
Chef vom Dienst Nachrichten
Andreas Kolesch
Telefon: 0521 – 585261

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