Westfalen-Blatt: zur Infrastruktur-Finanzierung

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Banken und Versicherungen wissen nicht, wohin
mit ihrem Geld, Sparer werden mit Mini-Zinsen abgespeist. Auf den
ersten Blick ist der Plan einer Experten-Kommission zur Finanzierung
von Infrastrukturprojekten ideal. Privates Kapital kümmert sich um
defekte Schultoiletten, marode Eisenbahnbrücken und Schlaglöcher in
den Straßen. Warum aber sollte das jetzt besser funktionieren als
zuletzt beim Stromtrassenausbau? So waren in Schleswig-Holstein nur
wenige Menschen bereit, ihre Spargroschen in Anleihen des
Stromnetzbetreibers Tennet zu stecken. Da reichte es nicht einmal,
eine Rendite von satten fünf Prozent zu versprechen. Wer sein Geld
mit harter Arbeit verdient hat, will es eben nicht bei einer
Spekulation verlieren. Und wenn das private Kapital Gewinne machen
will, muss jemand dafür zahlen. Meistens sind es die Steuerzahler.
Dieser hat aber schon mit seinem Geld die Wasserleitungen, Autobahnen
und Rathäuser bauen lassen. Jetzt sollen die Bürger ein zweites Mal
zur Kasse gebeten werden, damit Fondsgesellschaften Kasse machen
können? Hoffentlich nicht.

Pressekontakt:
Westfalen-Blatt
Chef vom Dienst Nachrichten
Andreas Kolesch
Telefon: 0521 – 585261

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