Westfalenpost: Affäre Petra Hinz

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Petra Hinz ist kein Opfer, auch wenn der ein oder
andere nun Mitleid mit ihr empfinden mag. Die Politikerin aus Essen
hat ihre Karriere auf einem Fundament aus Lebens(lauf)lügen
errichtet. Eine Diskussion darüber, ob Hinz auch ohne gefälschten
Unterlagen für die Arbeiterpartei SPD bis in den Bundestag gekommen
wäre, ist müßig: Sie hat es ja gar nicht erst versucht. In gut neun
Monaten entscheiden die Bürger an Rhein und Ruhr über einen neuen
Landtag. Betrüger gibt es auch in anderen Parteien, aber es ist nicht
davon auszugehen, dass die Wähler (und die Opposition) die Affäre
Hinz so schnell vergessen werden. Denn ungeachtet des individuellen
Fehlverhaltens muss sich die SPD in Berlin, Düsseldorf und Essen
fragen lassen, warum eine Kollegin sich über Jahre unkontrolliert
eine Scheinwelt aufbauen konnte und warum entsprechende Warnsignale
nicht wahrgenommen wurden: Hinz verzichtete auf ein Büro in ihrem
Wahlkreis, was sehr ungewöhnlich ist. Und ihre Mitarbeiter in der
Hauptstadt drangsalierte sie offenbar nach Kräften. Die Vorwürfe sind
bei der SPD aktenkundig, reagiert hat die Partei nicht. Entweder
kannten ihre politischen Freunde Petra Hinz nicht wirklich gut – oder
niemand möchte heute zugeben, von ihrem Fehlverhalten gewusst zu
haben. Peinlich ist beides für die Sozialdemokraten.

Pressekontakt:
Westfalenpost
Redaktion

Telefon: 02331/9174160

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