Westfalenpost: Andreas Thiemann zum Problem der Landflucht in Südwestfalen

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Wer es sich zur Aufgabe gemacht hat, die ländlich
geprägte Region Südwestfalen als einen attraktiven Lebens- und
Arbeitsraum für junge Menschen zu vermarkten, der spricht etwas
spitzfindig-schelmisch vom „erklärungsbedürftigen Standortvorteil“.

Tatsächlich impliziert der Begriff ein Doppeltes: Er verweist
einerseits darauf, dass es durchaus sehr positive, vorteilsbedingte
Aspekte gibt, räumt aber andererseits ein, dass dies wohl doch einer
gewissen Erklärung bedarf. In der Praxis heißt das, die Marke
Südwestfalen muss erst einmal überhaupt einen gewissen
Bekanntheitsgrad haben, um über den regionalen Tellerrand hinaus
wahrgenommen werden zu können. Erst dann kann sie sich mit anderen
Konkurrenten messen. Was habe ich, was andere nicht haben – und warum
ist das sogar besser? Wer darauf überzeugend antworten kann, hat
schon die halbe Erfolgsmiete in der Tasche.

Für Südwestfalen besteht die Aufgabe darin, die vorgehaltene
Landschaft als Wert an sich generationenübergreifend selbstbewusst
zur Anerkennung zu bringen. Und gleichzeitig alles Hinterwäldlerische
abzuschütteln: im Schönen leben und wohnen, aber eben nicht im
Vergessenen, im trostlos Abgehängten, im vermeintlich ewig Gestrigen.
Denn es gibt wirklich viele gute Gründe, sich für Südwestfalen zu
entscheiden.

Pressekontakt:
Westfalenpost
Redaktion

Telefon: 02331/9174160

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