Westfalenpost: Andreas Thiemann zur Aufnahme der Flüchtlinge: Nächstenliebe heißt jetzt das Gebot der Stunde

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Seit diesem Wochenende hat die viel beschworene
Willkommenskultur in Deutschland eine neues Gesicht, vor allem aber
eine neue Qualität bekommen. Das Beispiel vom Münchner Hauptbahnhof,
wo die Flüchtlinge winkend, klatschend und mit Geschenken empfangen
worden sind, hat gleich darauf in Dortmund und anderswo Schule
gemacht. Ja, auch ein paar rechtsradikale Randalierer haben sich zu
Wort gemeldet, doch es ist ihnen nicht gelungenen, sich physisch und
psychisch auch nur annähernd durchzusetzen.

Unter verschiedensten Aspekten und Facetten hat unsere Serie
„Fluchtpunkte“ in den vergangenen Wochen bereits sehr eindrücklich
dokumentiert, wie vielfältig, ehrlich und im wahrsten Sinne herzlich
die Hilfsbereitschaft gerade auch in der Bevölkerung Südwestfalens
ausgeprägt ist. Das gibt nicht nur den Flüchtlingen frische
Zuversicht, sondern signalisiert zugleich, dass die Aufgaben, an
deren Anfang wir erst stehen, mit Entschlossenheit und Tatkraft
tatsächlich bewältigt werden können. Denn auch das muss klar sein:
Wir stehen einmal mehr an der Schwelle einer deutlichen und
nachhaltigen Veränderung unseres gesellschaftlichen Miteinanders.
Eine wie auch immer geartete Verweigerungshaltung wird daran nichts
ändern; sie würde allenfalls die Probleme zusätzlich dramatisch
vergrößern.

Die Bilder und Nachrichten der vergangenen Tage aus unserem Land
wecken Hoffnung, und sie machen durchaus auch stolz. Vielleicht sind
es ja doch die christlichen Wurzeln, derer wir uns bewusst werden.
Praktizierte Nächstenliebe ist jedenfalls das Gebot der Stunde. Und
das ist wirklich in diesem Fall alternativlos.

Pressekontakt:
Westfalenpost
Redaktion

Telefon: 02331/9174160

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