Westfalenpost: Carsten Menzel zum Schienenverkehr in NRW

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Die Prediger marktradikaler Theorien liegen längst
nicht immer richtig und die Liberalisierung von Märkten führt nicht
zwangsläufig zu den Ergebnissen, die zuvor versprochen werden. Der
Einstieg von privaten Bahnunternehmen in der Personenbeförderung hat,
zumindest aus Sicht der Fahrgäste, allerdings zu Verbesserungen
geführt. Elf Unternehmen sind in NRW im Schienenverkehr unterwegs;
eins davon ist die Abellio Rail. Mit wachsendem Marktanteil. Und
guten Kundenbewertungen: Die Züge werden als sauber und pünktlich
beurteilt. Damit hebt sich das Unternehmen wie andere Private vom
einstigen Alleinanbieter Deutsche Bahn ab. Das ist nicht das einzige
Problem des Staatskonzerns. Er verliert ganze Netze in NRW oder geht
leer aus, wie zuletzt beim Großprojekt Rhein-Ruhr-Express. Das kostet
Arbeitsplätze bei der DB und schadet dem Image; den Zugewinn
streichen die Privatbahnen ein. Den Preis dafür zahlen deren
Beschäftigte: Dort gibt es meist hauseigene Tarifverträge, die
maximal an den Branchentarifvertrag angelehnt sind, also weniger
Leistungen beinhalten. Ein Ausweg: Die DB sollte aufhören, auf einen
Börsengang zu schielen, sondern sich wieder ihrem Kerngeschäft
widmen. Das ist gut fürs Unternehmen, für einen fairen Wettbewerb,
für die Fahrgäste und für die Bediensteten. Alles andere führt aufs
Abstellgleis.

Pressekontakt:
Westfalenpost
Redaktion

Telefon: 02331/9174160

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