Westfalenpost: Carsten Menzel zur Zins-Strategie bei den Volksbanken: Die Margen schmilzen

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Der Tabubruch am Kapitalmarkt geht weiter: Die
Zinspolitik der EZB trifft jetzt die Genossenschaftsbanken. Wollen
sie Geld bei ihrem Spitzeninstitut, und sei es nur über Nacht,
parken, müssen sie dafür bezahlen. Vorweg: Ganz sicher ist deswegen
keine Volksbank in der Region auch nur annähernd in ihrer Existenz
gefährdet. Aber: Gerade die genossenschaftlich organisierten Banken
leben von den Einlagen, die die Kunden zu ihnen tragen. Dass dabei
ein Teil davon bei der Zentrale geparkt wird, gehörte bislang zum
Geschäftsbetrieb. Jetzt entstehen dadurch zusätzliche Kosten. Das
wird zu rückläufigen Ergebnissen der Geldhäuser führen (müssen).
Diese Einbußen lassen sich eingrenzen, indem sich die Banken noch
genauer auf ihre täglichen Geldströme einstellen. Oder indem sie
verstärkt Kredite vergeben statt Geld einzulagern – genau das will
die EZB mit ihrer Zinspolitik erreichen. Bisher mit wenig Erfolg,
auch vor der Haustür: Die Investitionsbereitschaft in der
südwestfälischen Wirtschaft ist aktuell nicht sehr ausgeprägt und die
meisten familiengeführten, mittelständischen Betriebe verfügen eh
über eine gute Eigenkapitalquote. Die Negativ- und Nullzinspolitik
sorgt daher für schmelzende Margen der Banken. Auf Dauer ist das
nicht gut.

Pressekontakt:
Westfalenpost
Redaktion

Telefon: 02331/9174160

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