Westfalenpost: Christian Kerl zur Bundeswehr

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Nun geht es schnell mit einem Einsatz deutscher
Soldaten in der Krisenregion. Die zurückhaltende Rhetorik der
Regierung darf nicht darüber hinwegtäuschen, um was es geht: 14 Jahre
nach dem Beginn des US-geführten Afghanistan-Einsatzes beteiligt sich
Deutschland wieder direkt an einem Anti-Terror-Krieg, dessen Ende
unabsehbar ist. Und es ist unklar, ob die Lehren aus dem
Afghanistan-Desaster beherzigt werden. Der Schulterschluss mit der
Regierung in Paris war zwingend, die Allianz gegen die
Terrororganisation IS ist es auch. Der Angriff der Terroristen galt
dem Westen insgesamt. Auch Deutschland ist bedroht – und wird seinen
Teil dazu beitragen müssen, diese Gefahr auszuschalten, selbst wenn
vorübergehend das Risiko von Anschlägen hierzulande sogar steigen
könnte. Ohne militärische Mittel ist der IS nicht zu stoppen. Aber:
Der Einsatz muss gut überlegt, kühl geplant sein. Eine der
wichtigsten Lehren aus den Kriegen in Afghanistan und im Irak lautet
indes: Wer sich in einen solchen Konflikt begibt, muss auch wissen,
wie er wieder herauskommt. Und das Ziel muss klar benannt sein. Daher
wüsste man gern mehr zur Strategie Deutschlands: Alle Experten
versichern, dass mit Angriffen aus der Luft allein der IS nicht
besiegt werden kann. Noch aber scheut der Westen eine solche
verlustreiche Mission. Nur: Ein bisschen Einsatz gibt es nicht. Die
Kanzlerin muss rasch erklären, wie ihre Strategie aussieht. So
richtig es ist, dass Deutschland nicht beiseite stehen darf – anderen
Staaten bedingungslos folgen muss es nicht.

Pressekontakt:
Westfalenpost
Redaktion

Telefon: 02331/9174160

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