Westfalenpost: Der Konflikt spitzt sich zu / Kommentar von Carsten Menzel zum Vorgehen von Dura

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Wer die aus Portugal eingeflogene
Wochenend-Ersatzbelegschaft für Dura in Plettenberg als Streikbrecher
bezeichnet, will die Portugiesen damit gar nicht in ein schlechtes
Licht stellen – sie werden von dem US-amerikanischen Mutter-Konzern
aber praktisch als Streikbrecher eingesetzt. Man könnte auch,
kritisch zugespitzt, sagen: missbraucht.

Der Konzern geht damit Verhandlungen mit dem Betriebsrat und der
Gewerkschaft in Plettenberg über neue Vereinbarungen zur Mehrarbeit
aus dem Weg und lässt sich das vermutlich eine sechsstellige Summe
kosten. Die Situation um den Abbau von rund 900 Stellen in der Mitte
der drittgrößten Industrieregion Deutschlands eskaliert damit weiter.
Das darf auch die Landespolitik nicht mehr unberührt lassen.

Die begonnenen Herbstferien in NRW und der Minister im Urlaub
dürfen da als Ausreden nicht herhalten: Ohne Einwirken von außen
spitzt sich der Konflikt weiter zu und könnte am Ende weit mehr
Arbeitsplätze kosten, als jetzt schon zu befürchten steht. Es geht
nicht um Einflussnahme in die Sozialplanverhandlungen; es geht darum,
einem amerikanischen Konzern deutlich zu machen, dass auch er sich an
in Deutschland geltendes Arbeits- und Mitbestimmungsrecht zu halten
hat. Nicht mehr – aber auch nicht weniger.

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