Westfalenpost: Der Sanierungsstau ist erheblich / Kommentar von Monika Willer zum Hochschulbau-Programm in NRW

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Drei Milliarden für die NRW-Hochschulen. Das klingt
doch wie eine gute Nachricht, denn in Bildung ist Geld immer
hervorragend investiert. Doch mit dieser Summe werden keine neuen
Professorenstellen eingerichtet und keine neuen Studienplätze
geschaffen. Freuen dürfen sich eigentlich nur die Handwerker. Das
neue Hochschulbau-Programm dient ähnlich dem ebenfalls bis 2020
laufenden Hochschulmodernisierungs-Programm von 2008 dazu, die
schlimmsten Sünden der Vergangenheit zu reparieren.

Denn allzu lange haben diverse Düsseldorfer Regierungen die
Hochschulen in den überwiegend landeseigenen Bauten Jahr um Jahr vor
sich hinrotten lassen, bis sich ein Sanierungsstau von erschreckenden
Ausmaßen offenbart hat. 2008 hat das Land dann erstmals reagiert und
die ohnehin eingeplanten fünf Milliarden um weitere drei Milliarden
auf acht Milliarden bis 2020 aufgestockt. Dieses Programm läuft
derzeit. Nun lässt es sich aber nicht mehr übersehen, dass fehlende
Wärmedämmung und die Schadstoffbelastung der in den 60er und 70er
Jahren errichteten Uni-Gebäude zusätzlichen Handlungsbedarf
erzwingen. Allein 1,2 Milliarden des 3-Milliarden-Programms sind –
ohne laufende Kosten – dafür vorgesehen, dass Professoren und
Studenten sprichwörtlich die Hörsaal-Decke nicht auf den Kopf fällt.

Daher besteht kein Grund zum lauten Jubel. Jede weitere
Verzögerung würde die Kosten nur um so mehr anschwellen lassen.
Gleichwohl ist es positiv, dass nun endlich etwas passiert. Denn die
Hochschullandschaft in NRW steht vor gewaltigen
Zukunfts-Herausforderungen, denen sie in maroden Gebäuden definitiv
nicht gewachsen ist.

Pressekontakt:
Westfalenpost
Redaktion

Telefon: 02331/9174160

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