Westfalenpost: Die bittere Wahrheit / Kommentar von Rolf Hansmann zum kriselnden Kassel airport

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Hinterher darf keiner sagen, er sei nicht gewarnt
worden. „Millionen- und Subventionsgrab“, „Deutschlands sinnlosester
Flughafen“ oder „Luftnummer“ – das waren nur einige der wenig
schmeichelhaften Umschreibungen, die Kritiker den hessischen
Bauherren am Verkehrsflughafen Kassel-Calden an den Kopf geworfen
haben. Doch der damalige Ministerpräsident Roland Koch und seine
Mitstreiter stellten sich taub. Wenn Landesfürsten unbedingt ein
Prestigeobjekt durchbringen wollen, verlieren sie bisweilen den Blick
für die Realität.

Und zwei Jahre nach der Eröffnung? Die Lage ist eher trostlos. Für
fünf startende Passagiermaschinen pro Woche zwischen Anfang Mai und
Ende Oktober (in den anderen Monaten des Jahres sind es noch weniger
Flieger) hätte man keinen Verkehrsflughafen für fast 300 Millionen
Euro bauen müssen.

Das Management gibt sich alle Mühe, mehr Fluglinien und mehr
Passagiere an den kriselnden Airport zu holen. Und es ist sehr wohl
nachzuvollziehen, dass der Aufsichtsratsvorsitzende die bittere
Wahrheit nicht öffentlich verbreiten will und Zuversicht verbreitet –
aber die Zukunft kann nicht rosig aussehen. Wie soll ein Flughafen
bei einer derartig geringen Auslastung überleben?

Pressekontakt:
Westfalenpost
Redaktion

Telefon: 02331/9174160

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