Westfalenpost: Ehrlich machen Von Martin Korte

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Das nennt man dann wohl Schattenhaushalt: Die Bahn
soll wieder 850 Millionen Euro Dividende an den Bund zahlen, obwohl
sie 2015 einen dicken Verlust eingefahren hat. Das
Transportunternehmen muss dafür neue Miese machen, so dass der
Schuldenberg auf mehr als 19 Milliarden Euro anwachsen wird. Zwar
will Berlin das Geld wieder in das Schienennetz stecken, hat aber auf
diese Weise die vielen Millionen aus dem Bundeshaushalt
herausgehalten. Die schwarze Null muss stehen … Wir wissen,
wo das hinführt: Der wirtschaftliche Druck auf die Bahn wächst. Sie
muss investieren, modernisieren und den Service verbessern.
Gleichzeitig steht sie vor der Herausforderung, den Gewinn zu
erhöhen. Das klingt nach einem Teufelskreis. Oder nach einem
bekannten Lösungsmuster: Stellen streichen, Unternehmensanteile
verkaufen. Bahn-Chef Grube fügt sich, weil er sonst seinen Hut nehmen
müsste. Nun werden andere ihre Arbeitsplätze verlieren. Wenn
demnächst die ersten Bahn-Mitarbeiter auf die Straße gehen, weil sie
Angst um ihre berufliche Zukunft haben, sollten wir nicht vergessen,
wer dafür eine Mitverantwortung trägt: die Bundespolitik. Ehrlich ist
sie mit den Bahn-Bilanzen eigentlich noch nie umgegangen.

Pressekontakt:
Westfalenpost
Redaktion

Telefon: 02331/9174160

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