Westfalenpost: Ein nicht unerhebliches Risiko Von Torsten Berninghaus

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Nach der Ablehnung des Schlichterspruchs drohen
möglicherweise neue Streiks in den Kindertagesstätten und anderen
sozialen Einrichtungen. Enttäuscht und wütend seien die
Gewerkschaftsmitglieder, hieß es. Man habe nicht wochenlang
gestreikt, um sich mit drei oder vier Prozent mehr Lohn abspeisen zu
lassen. Eine Haltung, die aus Sicht der Betroffenen nachvollziehbar
ist. Trotzdem gehen die Erzieher und Sozialarbeiter ein nicht
unerhebliches Risiko ein. Die Akzeptanz in der Bevölkerung steht auf
dem Spiel.

Im Mai, als der Arbeitskampf richtig begann, standen Mütter und
Väter hinter dem Kita-Personal. Schließlich bezweifelt niemand, dass
diese Berufsgruppe einen wichtigen und zunehmend schwierigen Job
macht. Wertschätzung, mehr Personal und Abbau von Überstunden wurden
seinerzeit leidenschaftlich diskutiert.

Wenn nun der Eindruck entsteht, dass es allein ums Geld geht, und
dass Kommunen bei höheren Personalkosten absehbar noch weniger in der
Lage sein werden, zusätzliche Erzieher einzustellen, riskieren die
Gewerkschaften ein Kippen der Stimmungslage. Dann fühlen sich Eltern
instrumentalisiert und verlieren das Vertrauen. Dieses Risiko sollten
die Gewerkschaften nicht unterschätzen. Am Ende geht es um ein
funktionierendes Gemeinwesen.

Pressekontakt:
Westfalenpost
Redaktion

Telefon: 02331/9174160

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