Westfalenpost: Eine Frage der Gerechtigkeit Von Carsten Menzel

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Auf den ersten Blick scheint es eine gute Nachricht
zu sein: Der Jobmotor in Deutschland läuft offenbar ungebremst. Die
Zahl der Erwerbstätigen hat einen Rekordwert erreicht; außerdem
meldet die Bundesagentur für Arbeit den höchsten Wert an freien
Stellen seit 2004. Zudem rechnen Fachleute damit, dass die deutsche
Wirtschaft auch in diesem Jahr weiter wächst. Gute Aussichten: für
die Menschen, die eine Arbeit haben, aber auch für das
Steueraufkommen und die sozialen Systeme – sofern es um
Beschäftigungsverhältnisse geht, aus denen Sozialabgaben gezahlt
werden. Letzteres ist aber nicht der einzige Aspekt, der eine genaue
Betrachtung verdient: Wer heute einen Job hat, muss damit noch lange
nicht genug verdienen, um damit auch seinen Lebensunterhalt und
womöglich den seiner Familie tatsächlich bestreiten zu können. Von
Teilhabe ganz zu schweigen. Darauf muss der Blick aber auch gelenkt
werden: Deutschland braucht sowohl eine Wirtschaft, die
konkurrenzfähig ist, als auch eine Lohnentwicklung, die gerecht ist.
Erst dann ist es wirklich eine gute Nachricht. Andernfalls trügt der
bloße Schein des Rekordwerts an Erwerbstätigen.

Pressekontakt:
Westfalenpost
Redaktion

Telefon: 02331/9174160

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