Westfalenpost: Eine Frage der Glaubwürdigkeit Von Torsten Berninghaus

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Bereits im Vorfeld des Landesparteitags der
Alternative für Deutschland (AfD) war darüber spekuliert worden, ob
NRW-Parteichef Marcus Pretzell die Abgrenzung zu rechtsextremen
Parteien zum Thema machen würde. Seit Samstag wissen wir: Obwohl es
zwischen Pretzell und dem Bundeschef Bernd Lucke erhebliches
Konfliktpotenzial gibt, sind sich die beiden in diesem Punkt einig.
„Wer eine Ideologie wählt, die sich gegen das Grundgesetz richtet,
hat in der AfD nichts zu suchen.“ Klare Worte, denen nun Taten folgen
müssen.

Immerhin hatten AfD-Ratsleute in Duisburg offen für eine NPD-Frau
im Kulturausschuss gestimmt. Gleichwohl läuft ein
Parteiausschlussverfahren nur gegen einen Ratsherren. Der andere, so
rechtfertigt sich Pretzell, habe sich ja für sein Fehlverhalten
entschuldigt.

Selbstverständlich kann man diesen Standpunkt einnehmen. Ob er
allerdings klug ist, darf bezweifelt werden. Denn auch in zwei
weiteren Kommunalparlamenten soll es Absprachen zwischen AfD und Pro
NRW gegeben haben. Angesichts solcher Vorkommnisse wären klare
personelle Konsequenzen angezeigt, um Rechtspopulismus-Vorwürfen
entgegenzutreten. Wie hat es Pretzell selbst formuliert? „Jedes
AfD-Mitglied ist verpflichtet, das Ansehen der Partei zu wahren.“ Er
wird sich an seinen Worten messen lassen müssen.

Pressekontakt:
Westfalenpost
Redaktion

Telefon: 02331/9174160

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