Westfalenpost: Frauenquote

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Das Ende der patriarchalen Systeme ist eingeläutet.“
Justizminister Heiko Maas (SPD) hat bei der Zwischenbilanz zur
Frauenquote in Berlin den Mund ziemlich voll genommen. Aber immerhin
– es ist ein Mann, der da verkündet, dass sein Geschlecht künftig
weniger zu sagen hat. Nun kann man den Wert politischer Ankündigungen
in Zweifel ziehen, doch wird die Aussage, die Maas an der Seite von
Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig (SPD) getroffen hat, auch
noch mit Zahlen untermauert: 50 große Unternehmen haben in ihren
Aufsichtsräten die Frauenquote von 30 Prozent erfüllt. Wow! Bevor der
Jubel allzu groß wird, sollte man schauen, was da als Erfolg gefeiert
wird. Ein ziemlich kleiner Schritt hin zu mehr Gleichberechtigung,
den Unternehmen gehen, weil sie ihn nach Einführung der Quote für
Aufsichtsratsmitglieder (es geht um gerade einmal 150 Firmen) gehen
müssen. Ein Schritt, der wie eine homöopathische Dosis wirkt. In
einer Arbeitswelt, in der vor allem die Führungsebenen von Männern
dominiert sind. In einer Arbeitswelt, in der Strukturen und Haltungen
so verfestigt sind, dass Familie und Beruf sich nur schwer
vereinbaren lassen. Für Frauen wie auch für Männer. Es gibt Branchen,
in denen das Ende des patriarchalen Systems tatsächlich schneller
erreicht werden könnte, als es sich Manuela Schwesig und Heiko Maas
träumen lassen. Dort, wo Fachkräfte fehlen, müssen Unternehmen
umsteuern. Sie müssen Arbeitszeitmodelle und vor allem
Unternehmensstrukturen anbieten, mit denen sich auch Frauen
identifizieren können. Jetzt. Übrigens: Man(n) muss es nur tun!

Pressekontakt:
Westfalenpost
Redaktion

Telefon: 02331/9174160

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