Westfalenpost: Gar keine Kavaliersdelikte Von Monika Willer

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Die Flüchtlingsfrage teilt das Land. Es ist
überwältigend, wie viele Bürger Kleider und Geld spenden, beim Aufbau
von Stockbetten mit anpacken, wie viele Vereine ehrenamtlich aktiv
sind. Auch die Helfer dürften Ängste haben, ob wir diese
Herausforderung meistern können, aber beim persönlichen Kontakt gerät
doch die Notlage der Schutzsuchenden in den Vordergrund. Und dann
gibt es jene Mittelstands-Vertreter, die vor laufender Kamera
geifern: „Das sind doch keine Deutschen, denen darf man wehtun.“ Da
finden Gruppen von scheinbar braven Steuerzahlern zusammen, um Feuer
zu legen. Diese Gewaltbereitschaft nur dem Osten zur Last zu legen,
ist zu billig. Trotzdem: Futterneid war die heimliche Ideologie des
SED-Regimes, und der befeuert vermutlich heute noch den Hass auf
Fremde. In dem Zusammenhang ist es erschütternd, dass Kanada eine
Reisewarnung für Ostdeutschland ausgesprochen hat. Der Staat muss
konsequent gegen Gesetzesbrecher vorgehen, auch wenn sie sich selbst
als Wutbürger die Absolution erteilen. Es darf nicht sein, dass auf
das Grundgesetz gepfiffen wird, sobald unser Land einmal in eine
komplizierte Situation gerät. Das Gewaltmonopol des Staates zu
akzeptieren ist die Gewähr für den inneren Frieden in einer
Demokratie. Das werden die Flüchtlinge lernen. Aber das müssen auch
jene lernen, die ohne Scham Bezeichnungen für die Kanzlerin grölen,
welche man niemals abdrucken kann.

Pressekontakt:
Westfalenpost
Redaktion

Telefon: 02331/9174160

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