Westfalenpost: Gas geben bei Kontrollen Von Joachim Karpa

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Viel Gutes lässt sich in diesen Tagen nicht über
Innenminister Ralf Jäger sagen. Beim Umgang mit Regierungspräsident
Gerd Bollermann hat er wenig Fingerspitzengefühl bewiesen und viel
Respekt vermissen lassen. Jäger, der sich weltweit als Vater des
Blitz-Marathons rühmt und Autofahrer mit Ansage vor
Geschwindigkeitskontrollen warnt, ist auch mit dieser umstrittenen
Maßnahme, allen gegenteiligen Bekundungen zum Trotz, in der Kritik.

Jetzt hat der Sozialdemokrat rücksichtslose Raser auf dem Motorrad
ins Visier genommen. Das ist im Sinne der großen Mehrheit der
Motorradfahrer, die sich an die vorgeschriebene Geschwindigkeit
halten. Es kann und darf nicht sein, dass eine Minderheit hirnloser
und verantwortungsloser Biker alle anderen, die sich vernünftig mit
viel PS auf zwei Rädern bewegen, in Verruf bringt.

Der Minister, der die Inszenierung liebt, will an einem
Sicherheitstraining teilnehmen. Kann er. Die Raser bremst das nicht.
Auch auf vollmundige Ankündigungen der Kontrollen sollte Jäger
künftig verzichten. Augenwischerei aus Düsseldorf gibt es genug. Dass
die Polizei, auch in Südwestfalen, angesichts einer dünnen
Personaldecke nur begrenzte Möglichkeiten hat, verstärkt zu
kontrollieren, ist der größte Schwachpunkt. Hier besteht dringender
Handlungsbedarf – und zwar schon lange.

Pressekontakt:
Westfalenpost
Redaktion

Telefon: 02331/9174160

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