Westfalenpost: Große Herausforderungen Von Wilfried Goebels

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Wenige Tage vor Schuljahresbeginn herrscht an den
meisten Schulen des Landes höchste Anspannung. Die unerwartet große
Zahl schulpflichtiger Flüchtlingskinder stellt die Kommunen vor
erhebliche Herausforderungen. Als Notunterkünfte genutzte Turnhallen,
mangelnde Räumlichkeiten für Auffangklassen, unzureichende
Gesundheitstests für Flüchtlingskinder, fehlende Deutschkenntnisse –
die Liste der akuten Probleme ließe sich fast endlos verlängern.

Experten schätzen, dass mehr als 10 000 Flüchtlingskinder in
NRW 2015 schulpflichtig sind. Viele minderjährige Kinder sind ohne
ihre Eltern gekommen und benötigen eine besondere Zuwendung. Da
wächst die Sorge in Kommunen, dass die Schulen nicht ausreichend
vorbereitet sind.

Nordrhein-Westfalen hat die Lehrerzahl für die Unterrichtung der
Flüchtlingskinder deutlich aufgestockt. Pensionierte Lehrer helfen
bei Deutschkursen, Ehrenamtler springen als Betreuer ein – mit
Provisorien bemühen sich Städte und Schulen, den Ansturm
menschenwürdig zu bewältigen. Dabei wird es aber zunehmend
schwieriger, ausreichend Plätze bereit zu stellen.

Die Schulen stehen nach dem Ferienende unter organisatorischem
Druck. Die Umsetzung der Inklusion und des „Turbo-Abiturs“ G 8
ist längst nicht erfolgreich gelungen. Weil viele G 8-Gymnasien
den Erlass zur Entlastung der Schüler von Hausaufgaben nur zögerlich
umsetzen, drückt die Ministerin aufs Tempo. Schon jetzt ist klar: Es
wird angesichts der vielen Probleme nicht einfach für Löhrmann, im
neuen Schuljahr eine gute Note zu erzielen.

Pressekontakt:
Westfalenpost
Redaktion

Telefon: 02331/9174160

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