Westfalenpost: Innere Reformation statt bloße Kurskorrektur Von Andreas Thiemann

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Noch sind es kaum mehr als wohl formulierte
Absichtserklärungen, doch schon jetzt steht fest: Das Erzbistum
Paderborn stellt ebenso entschlossen wie deutlich erkennbar die
Weichen für eine neue, eine andere Kirchenwirklichkeit.

Glaubensverkündigung grundsätzlich neu denken“, hat Erzbischof
Hans-Josef Becker den Prozess überschrieben, der vor zehn Jahren mit
dem Projekt „Perspektive 2014“ begonnen hat und jetzt in die auf
mehrere Jahre angelegte praktische Umsetzung mündet. Die dabei
verwendeten Vokabeln geben der Laien-Basis durchaus Anlass zur
Hoffnung.

Von Transparenz bei den Entscheidungen ist da die Rede, von
Vertrauen, Verantwortung, Respekt, Vielfalt,
Experimentierbereitschaft und Hinwendung. Alles soll „im Bewusstsein
des Vorläufigen“ eingeleitet werden, heißt es. Oder anders
ausgedrückt: Das Erzbistum Paderborn bekennt sich angesichts der
gesellschaftlichen Umbruchsituation zu einer inneren Reformation, die
weit mehr ist als eine bloße Kurskorrektur.

Dass es regelmäßige Berichte über Projektfortschritte geben soll,
signalisiert zusätzliche Gesprächsbereitschaft nicht nur auf
horizontaler, sondern auch auf vertikaler Ebene. Die Vielfalt und das
Verschiedensein innerhalb der Kirche wird anerkannt und ausdrücklich
als überlebenswichtige Chance wahrgenommen.

Daraus leitet sich dann auch die Einsicht der Kirchenleitung ab,
dass einheitliche und vereinheitlichende Konzepte von oben künftig
nicht mehr so greifen können, wie es über Jahrhunderte hinweg
unangetastete Tradition war.

Pressekontakt:
Westfalenpost
Redaktion

Telefon: 02331/9174160

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