Westfalenpost: Jens Helmecke zur Fusion in der Fernbusbranche

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Fernbusse als Alternative zu Bahn und Flieger – ein
in Deutschland noch recht junges Geschäftsmodell. Seit gut drei
Jahren rollen sie über Land, die meisten von einer Metropole zur
anderen. Etliche haben sich versucht, nach kurzer Zeit sind viele am
Preiskampf gescheitert. Seit gestern ist Flixbus durch die Übernahme
von Postbus zum unangefochtenen Marktführer aufgestiegen. Das
Unternehmen mit US-amerikanischem Investor im Rücken startete jüngst
eine rasante Einkaufstour. Letztes Jahr „Mein Fernbus“, letzten Monat
„Megabus“, gestern wurde Postbus eingesammelt. Aus Sicht des
Unternehmens verstellt auf dem deutschen Markt kaum noch ein
Konkurrent den Weg zu mehr Rendite. Aus Sicht des Verbrauchers keine
gute Entwicklung. Die Gewinne scheinen, trotz Markt beherrschender
Stellung, aktuell noch bescheiden zu sein, sonst hätte das
Bundeskartellamt die jüngste Übernahme prüfen müssen. Das Unternehmen
versichert, ein günstiges Verkehrsmittel bleiben zu wollen, schließt
aber Preiserhöhungen keineswegs aus. Die Ankündigung, in Zukunft auch
kleinere Städte anzusteuern, hat allein damit zu tun, dass die
Strecken zwischen den Metropolen schon angefahren werden. Allzu große
Hoffnungen auf nachhaltige Anbindung per Fernbus sollte sich aber
niemand in ländlicheren Regionen machen. Wo die Frequenz zu niedrig
ist, wird auf Dauer auch kein Fernbus halten. Den Druck eines
Monopolisten werden als erste die sogenannten Flixbus-Partner zu
spüren bekommen. Die Subunternehmer, die am Steuer sitzen. Sie tragen
schon heute das größte finanzielle Risiko. Manch ein
mittelständischer Partner dürfte nach gestern bald aussteigen.

Pressekontakt:
Westfalenpost
Redaktion

Telefon: 02331/9174160

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