Westfalenpost: Joachim Karpa zu Flüchtlingen: Burbach und Berleburg als Vorbilder für das Land

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Ein Wachmann drückt einem mit gefesselten Händen am
Boden liegenden Flüchtling den Stiefel in den Nacken und posiert für
Fotos. Die Bilder aus der ehemaligen Siegerlandkaserne in Burbach
sind um die Welt gegangen. Und das Land hat sich über die
Misshandlungen Asylsuchender kollektiv geschämt. Zehn Monate später
ist Burbach wieder im Blick der Öffentlichkeit. Nicht weltweit,
dafür bundesweit. Dieses Mal im positiven Sinne – gemeinsam mit Bad
Berleburg: als Erstaufnahme-Einrichtungen mit Modellcharakter.

Eines zeigt die Entwicklung dieser Flüchtlingsunterkünfte. Politik
und Verwaltung bewegen sich, haben gelernt. Warum? Weil es keinen
Sinn hat, Asylsuchende mit Bussen durch das Land zu fahren. Viele
haben in Deutschland drei, vier Stationen hinter sich, bevor sie in
Notunterkünften wie in Rüthen, Iserlohn oder Olpe ankommen. Ein
irrsinniger Aufwand, den eine überforderte Bürokratie betreibt,
getrieben von der hohen Zahl der Neuankömmlinge. Und sicher nicht aus
der Sicht der Betroffenen gedacht, die bereits eine Odyssee hinter
sich haben, bis sie in Deutschland sind.

Bad Berleburg und Burbach stehen für kurze Wege, für höhere
Standards bei der Unterbringung. Beispiel: eine bessere Betreuung der
Kinder. Der Kreis Siegen-Wittgenstein hat die Trägerschaft für diese
Einrichtungen übernommen. Das ist neu – und das ist gut. Er will
Einfluss nehmen, für das, was mit den Flüchtlingen vor der Haustür
passiert. Das war früher anders, als es wie in Burbach um die
Überbelegung ging.

An dieser Stelle zurück zum Anfang. Unser Land braucht zwingend
mehr Burbachs und Berleburgs. Dringend. Worauf warten?

Pressekontakt:
Westfalenpost
Redaktion

Telefon: 02331/9174160

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