Westfalenpost: Joachim Karpa zu Volker Kauder

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Vor gut drei Monaten hat der
CDU/CSU-Fraktionsvorsitzende Volker Kauder gefordert, jeder Muslim
müsse sich klar von Terror und Gewalt distanzieren. Weil
Selbstmordattentäter den Islam für ihre Verbrechen missbrauchen? Eine
dieser leeren politischen Forderungen, die eines wollen, sich an die
Spitze einer vermeintlichen Mehrheitsmeinung im Land zu stellen.
Populismus, der im Schatten der AfD aufblüht. Die überwältigende
Mehrheit der Muslime im Land will wie die Bundesbürger in Frieden
leben. Sie hat mit Terror nichts im Sinn. Jetzt fordert Kauder die
Loyalität türkischstämmiger Bürger ein. Sind sie illoyal? Stellen sie
die Religion über das Grundgesetz? Regiert Erdogan die
türkisch-islamische Gemeinde im Land? Woran wird was wie gemessen?
Sicher ist: Wer gegen Recht und Gesetz verstößt, muss sich
hierzulande dafür verantworten. Ganz gleich, ob religiös oder
anderswie motiviert. Die Lust in der Politik, Forderungen
aufzustellen, die nach kurzem medialen Echo verpuffen, ist groß.
Wichtiger wäre es, die türkischen Islamverbände in Deutschland für
eine Zusammenarbeit zu gewinnen. Vertrauensvoll. Dazu gehört es auch,
ihr Wirken und ihre mögliche Abhängigkeit von Ankara zu beleuchten.
Offen und vorurteilsfrei – von allen Seiten.

Pressekontakt:
Westfalenpost
Redaktion

Telefon: 02331/9174160

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