Westfalenpost: Joachim Karpa zum Wohnungsbau

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Bad Laasphe verhält sich in Südwestfalen
richtungsweisend. Warum? Weil die Kommune im Wittgensteiner Land seit
2009 ein Leerstandsmanagement betreibt. Hier wissen die politischen
Akteure, wann und wo Häuser verwaisen werden, wie die Altersstruktur
in Siedlungen aussieht – und steuern gegen. Jede Kommune müsste dies
buchstäblich zu ihrer Hausaufgabe machen, um unliebsamen Folgen im
Ort vorzubeugen. Schließlich will niemand in einem Dorf leben, das
verödet und langsam stirbt. Die Wissenschaftler des Instituts der
deutschen Wirtschaft (IW) liegen mit ihren Forderungen nicht falsch,
wenn sie sagen, auf dem Land muss rigoros gegen den ausufernden
Neubau vorgegangen werden. Die Ausweisung neuer Baugebiete müsse
gestoppt, die Neubauten an den Abriss alter Häuser gekoppelt und
Ortskerne attraktiver gestaltet werden. Eine große Aufgabe, die harte
Entscheidungen verlangt. Nur so lässt sich auf lange Sicht die
Balance der Lebensräume zwischen Ballungszentren und ländlichem Raum
erreichen. In der Summe gibt es in Deutschland heute bereits genug
Wohnungen. Nicht immer an der richtigen Stelle. Das Ausleben der
Baulust auf dem Land ist schlichtweg zu kurz gedacht. Es löst keine
Probleme, es schafft höchstens mehr.

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