Westfalenpost: Knut Pries zur Lage in Mazedonien

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Die Hintergründe der blutigen Razzia in der
mazedonischen Stadt Kumanovo liegen noch weitgehend im Dunkeln. Die
Behauptung von Premier Gruevski, wonach seine Sicherheitskräfte
Terroristen mit Nahost-Ausbildung zur Strecke gebracht haben, sind
wenig überzeugend. Laut Gruevski wurden 17 befreundete Länder vor der
Gefahr gewarnt, dass ihnen nunmehr Terror made in Macedonia drohe.
Offenbar hat keine der angesprochenen Regierungen diesen Hinweis
ufgegriffen und einer Stellungnahme für wert rachtet. Mindestens so
plausibel – wenn auch genauso wenig belegt – ist der Verdacht gegen
die Regenten selbst, die sich einer wachsenden
Widerstandstandsbewegung gegenüber sehen. „Skopje-Gate“, eine Serie
von kompromittierenden Tonband-Mitschnitten von Unterhaltungen des
Premiers und seiner Mitarbeiter, hat im Lager der Regierungskritiker
für helle Empörung gesorgt. Oppositionsführer Zaev hat die
Veröffentlichung einer weiteren Aufnahme angekündigt, in der es um
den „Monster-Fall“ gehen soll: Für die Tötung von fünf Mazedoniern
2012 waren im Sommer letzten Jahres sechs ethnische Albaner als
„Terroristen“ verurteilt worden. Zaevs Aufruf zu einer Massen-Demo
kommenden Sonntag hat für zusätzliche Unruhe gesorgt. Der
Oppositionsführer ist allerdings selbst keineswegs über jeden
Verdacht erhaben. Schlechte, aber denkbare Motive lassen sich auf
beiden Seiten finden. Es gilt zunächst, die Fakten von den
Verschwörungstheorien zu trennen. EU und Nato sollten den Partnern in
Skopje mit Nachdruck vermitteln, dass sie sich nicht mit balkanischen
Märchen abspeisen lassen werden.

Pressekontakt:
Westfalenpost
Redaktion

Telefon: 02331/9174160

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