Westfalenpost: Kommentar zu den Nachtzügen

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Das ist eine gute Nachricht: Die ÖBB übernehmen den
Nachtzugverkehr in Deutschland. Sogar eine doppelt gute Nachricht.
Denn zum einen bedeutet diese Ankündigung, dass überhaupt noch
Nachtzüge mit Schlaf- und Liegewagen durch Deutschland fahren. Zum
anderen betreibt mit den ÖBB eine Eisenbahngesellschaft den
Nachtverkehr, die erstens daran Interesse hat, die zweitens
Nachtverkehr kann, und die drittens damit sogar Geld verdient. Das
war bei der Deutschen Bahn in allen drei Punkten leider nicht
gegeben. Jahrzehntelang hat der einstige Monopolist nicht mehr als
zwingend notwendig investiert in seine Nachtzüge. Und dazu das
Angebot zusammengestrichen. Mit Blick auf die Konkurrenz der
Billigflieger war das zum Teil wohl unvermeidlich. Aber eben nur zum
Teil. Die Züge waren und sind trotz der offensichtlichen
Vernachlässigung meist gut gebucht. Wenn die Nachtzugsparte dennoch
Verluste einfuhr, liegt das auch an der absurden bahninternen
Verrechnung mit überhöhten Trassen- und Stationspreisen. Hoffen darf
man, dass die Österreicher unter anderen Bedingungen antreten. Dass
sie gleich mit drei neuen Nachtzuglinien an den Start gehen, ist
schon einmal ein gutes Zeichen.

Pressekontakt:
Westfalenpost
Redaktion

Telefon: 02331/9174160

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