Westfalenpost: Kommentar zur aktuellen Kirchenstatistik

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Nun lass mal die Kirche im Dorf. Dieser Spruch wird
in den kommenden Jahren eine neue Interpretation erfahren. Denn es
wird wortwörtlich darum gehen, ob die immer kleiner werdenden
Gemeinden ihre Gotteshäuser erhalten können. Im Ruhrbistum blicken
die Katholiken bereits auf Kirchengebäude, in denen die Eltern
heirateten oder sie selbst getauft wurden und die nun auf ihren
Abriss oder Verkauf warten. Das tut weh. Und es verändert das Profil
der Dörfer und Städte. Schließlich sind Kirchen Wahrzeichen und
Identifikations-Landmarken selbst für Menschen, die sich gar nicht
als gläubig betrachten. Es geht ums Geld. Irgendwer muss ja
schließlich den Gebäudeunterhalt bezahlen. Es geht aber auch um die
Überlegung, für wen denn die Kirchen erhalten werden sollen. Für die
Handvoll, die sonntags noch den Gottesdienst besuchen? Als
Event-Location für Hochzeitspaare und Christmetten-Touristen? Das
Thema der Kirchenzukunft hängt eng mit der ebenso drängenden Frage
zusammen, in welcher Gesellschaft wir künftig eigentlich leben
möchten. Letztlich wird darüber mit den Füßen abgestimmt werden. Wer
auf die Kirche als handyfreie Zone, als Raum der Stille und
Entschleunigung nicht verzichten möchte, wird sich selbst dafür
einsetzen müssen.

Pressekontakt:
Westfalenpost
Redaktion

Telefon: 02331/9174160

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