Westfalenpost: Kommentar zur blauen Plakette

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Die blaue Plakette ist Geschichte – und das schon
lange vor ihrer geplanten Einführung. Ihr Scheitern steht
sinnbildlich für die aktuelle Umweltpolitik in Deutschland.
Diesel-Fahrer (und Automobilindustrie) atmen auf – die Menschen, die
in den Städten leben, besser nicht. Denn die Selbstzünder-Abgase sind
Hauptverursacher der gesundheitsgefährdenden Feinstaubbelastung.
Jeder Atemzug ist schädlich. Menschen sterben. Die Diesel-Technik
könnte viel sauberer sein, als sie uns derzeit von vielen Herstellern
angeboten wird. Gerade die deutschen Automobilgiganten könnten
beispielsweise die SCR-Technologie, die mittels
Harnstoff-Einspritzung die Abgase reinigt, viel offensiver bewerben.
Aber warum sollten sie? Es zwingt sie ja niemand. Die blaue Plakette
hätte den Druck erhöht. Die Umweltpolitik der Bundesregierung gibt
ein jämmerliches Bild ab. Ministerin Hendricks ist schwach, ihre
Kompetenzen wurden beschnitten. Kanzlerin Merkel widmet sich anderen
Prioritäten. Und die Industrie tanzt den Menschen auf der Nase herum.
Sie trickst bei den Verbrauchsangaben (das setzt sie übrigens beim
Elektroantrieb fort), sie manipuliert die Abgaswerte, sie spricht
Preise ab (Daimler bei Lkw). Sie schadet den Verbrauchern. Wie lange
machen wir das noch mit?

Pressekontakt:
Westfalenpost
Redaktion

Telefon: 02331/9174160

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