Westfalenpost: Kut Pries zum EU-Klimagipfel

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Langfristig ist klar, worum es geht. Die Erwärmung
der Erdatmosphäre darf gegenüber vorindustriellen Zeiten höchstens um
zwei Grad steigen. Das ist nur zu erreichen, wenn bis 2050 der
Ausstoß an Treibhausgasen im Vergleich zu 1990 um die Hälfte
gedrosselt werden kann. In den Industrieländern sind sogar bis zu 95
Prozent Rückgang nötig. Was da auf dem Spiel steht, hat Gipfel-Chef
Van Rompuy in Brüssel auf den Punkt gebracht: „Letztlich geht es ums
Überleben.“ Werden die Beschlüsse der großen Aufgabe gerecht?
Gemessen an den Prognosen der Fachleute wohl kaum. Jedenfalls sind
sich die Interessenvertreter des Klimaschutzes in den ersten
Reaktionen auf den Brüsseler Kompromiss einig: Das reicht nicht. Aus
dem Vorreiter beim Klimaschutz sei ein Bremsklotz geworden. olitisch
sieht die Sache anders aus. Für acht Staats- und Regierungschefs aus
Mittel- und Osteuropa war die Peilmarke von 40 Prozent weniger
CO2-Ausstoß vor dem Gipfel schlicht utopisch. Die Polen, die 90
Prozent ihres Stroms aus der Kohleverfeuerung in antiquierten
Kraftwerken beziehen, rechneten mit einem Energiepreisschub von über
100 Prozent. Vor diesem Hintergrund ist der erzielte Kompromiss,
Peilmarke 40 inklusive, mehr als man erwarten durfte. Er ist allemal
besser, als wenn die EU keine gemeinsame Marschroute gefunden hätte.

Pressekontakt:
Westfalenpost
Redaktion

Telefon: 02331/9174160

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