Westfalenpost: Lorenz Redicker zur Flüchtlingspolitik

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Um Angela Merkel wird es einsam. Die Zahl der
Kritiker ihrer Flüchtlingspolitik wächst täglich. Inzwischen bläst
ihr der Wind aus praktisch allen Richtungen scharf ins Gesicht.
Anfangs waren es nur einige EU-Partner, dann kam die CSU dazu,
inzwischen schwindet die Zustimmung zu ihrem Kurs auch in der eigenen
Partei und beim Koalitionspartner. Und Umfrage belegen: Auch unter
den Bürgern gewinnen die Skeptiker die Mehrheit. Dafür gibt es
natürlich Gründe. Die Ereignisse der Kölner Silvesternacht, der
Umstand, dass an den Terroranschlägen der jüngsten Zeit auch
Flüchtlinge beteiligt waren oder zumindest Attentäter, die sich unter
die Asylsuchenden mischen konnten, ohne dass sie dabei aufgefallen
wären. Dazu die wenig überraschende Erkenntnis, dass unter den vielen
Migranten auch einzelne Kriminelle sind und nicht so wenige, die
(noch?) andere Moralvorstellungen haben. Bürger wie Politiker
reagieren ernüchtert; die fröhliche Willkommenskultur des vergangenen
Herbstes ist einer realistischeren Einschätzung gewichen. Was nichts
daran ändert, dass sich noch immer viele Deutsche sehr engagiert um
die Neuankömmlinge kümmern. Auch Merkel hat reagiert. An ihrem Kurs
offener deutscher Grenzen hält sie zwar noch fest, für die
europäischen Außengrenzen aber gilt dies nicht, wie die
Vereinbarungen mit der Türkei belegen. Auch deshalb ist die Zahl der
Flüchtlinge zuletzt zurückgegangen – nur eben noch nicht in dem
erhofften Maße. Weil auch die Einigung mit den europäischen Partnern
derzeit kaum zu erwarten ist, wird der Druck auf die Kanzlerin nicht
so schnell nachlassen. Hält der Zustrom an, könnte es tatsächlich eng
werden für Merkel.

Pressekontakt:
Westfalenpost
Redaktion

Telefon: 02331/9174160

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