Westfalenpost: Martin Korte zum Rücktritt des Bundeskanzlers in Österreich: Kein Rückhalt, nirgendwo

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Es gibt nicht viele, die Werner Faymann nach seinem
Rücktritt als Bundeskanzler eine Träne nachweinen. Nicht in
Österreich und auch nicht im Rest Europas. Sogar große Teile seiner
eigenen Partei verweigerten ihm am Ende die Unterstützung, bei den
Mai-Feiern pfiffen ihn die linken Sozis sogar öffentlich aus. Schon
die 27 Prozent bei den letzten Wahlen waren kein vernünftiges
Macht-Fundament, aber die Wahl des Bundespräsidenten, aktuelle
Umfragen und der Druck von rechts haben die Krise der
Sozialdemokraten in unserem Nachbarland noch verschärft. Oder ist es
gar eine Krise der Sozialdemokratie? Faymann steht für einen
Schlingerkurs, steht für nicht gehaltene Versprechen. In der
Flüchtlingsfrage ließ er sich erst als „Kommandozentrale der
Menschlichkeit“ feiern, um dann auf den restriktiven Kurs der
osteuropäischen Staaten umzuschwenken. Und es gelang ihm nicht, der
Wirtschaft auf die Beine zu helfen. Sicher, Österreich ist wegen
seiner konfliktträchtigen Koalitionsverhältnisse nicht leicht zu
regieren. Aber die Menschen schätzen Geradlinigkeit, einen roten
Faden, eine Politik mit Perspektiven. (Da ist die Alpenrepublik
übrigens keine Ausnahme.) Diesem Anspruch ist Werner Faymann nicht
mehr gerecht geworden.

Pressekontakt:
Westfalenpost
Redaktion

Telefon: 02331/9174160

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