Westfalenpost: Martin Korte zur Gewalt in den USA: Zurück in die Barbarei

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Er wollte nicht mehr verhandeln, deshalb schickte
die Polizei einen Killer-Roboter los und sprengte den Attentäter von
Dallas kurzerhand in die Luft. Auge um Auge, Zahn um Zahn – in den
USA (und nicht nur dort) erodiert das, was wir uns unter einem
Rechtsstaat vorstellen. Das Leben eines Menschen verliert seinen
Wert, und das nicht nur in den Köpfen von Kriminellen, sondern auch
auf Seiten der Staatsgewalt. Friedensnobelpreisträger (!) Barack
Obama etwa hat zig tödliche Drohnenangriffe gegen mutmaßliche
Terroristen angeordnet, bei denen auch Zivilisten starben.
Gerichtsverfahren gab es vorher nicht. Ist das die zivilisierte Welt,
in der unsere Kinder leben sollen? Nein, das ist ein Rückschritt in
die Barbarei. Wenn der Staat zu den gleichen Mitteln greift wie die
Menschen, die gegen das Recht verstoßen, dann führt das auf Dauer in
die Spaltung der Gesellschaft und in die Anarchie. Die dramatischen
Auswirkungen lassen sich in Amerika beobachten. Sie werden sich dort
noch verschlimmern; das Land steckt ethisch-moralisch in der
Sackgasse. So schlimm das Verbrecher des Polizistenmörders auch war,
so falsch war es, ihn per Roboter zu töten. Komme bloß niemand auf
die Idee, solche Werkzeuge in Europa einzusetzen.

Pressekontakt:
Westfalenpost
Redaktion

Telefon: 02331/9174160

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