Westfalenpost: Martin Korte zur Kölner Polizei

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Bisher haben wir die Polizei nach ihrem Einsatz in
der jüngsten Silvesternacht in Köln gelobt. Zu recht, denn es ist den
Beamten zu verdanken, dass Sicherheit herrschte in der Domstadt. Die
Männer und Frauen, die dort Dienst schoben, während andere feierten,
sind auch nicht verantwortlich für das nun angerichtete
Informationschaos: Das müssen die Beamten an den Schreibtischen auf
ihre Kappe nehmen. Zwei Wochen nach Silvester rücken sie damit raus,
dass es sich bei den in der Nacht auf den 1. Januar überprüften
Menschen wohl mehrheitlich gar nicht um Nordafrikaner, sondern um
Syrer, Iraker und Afghanen handelte. Es wurden nach derzeitigen Stand
sogar mehr Deutsche kontrolliert als Marokkaner und Algerier
zusammen. Die erste Einschätzung: voreilig. Und da ist es wieder, das
Glaubwürdigkeitsproblem der Kölner Polizei. Auf Basis der
Information, die sie Neujahr veröffentlichte, haben Medien (ja, auch
wir) und Politiker Schlüsse über Volksgruppen gezogen, die aus
heutiger Sicht nicht mehr als gerechtfertigt erscheinen. Das müssen
wir selbstkritisch anerkennen. Es war schon falsch, die Menschen als
„Nafris“, also als nordafrikanische Intensivtäter, zu bezeichnen. Wer
nun behauptet, es sei völlig egal, wo die Männer herkommen,
schließlich seien es ja alle Migranten, begeht eine ebenso
unzulässige Verallgemeinerung.

Pressekontakt:
Westfalenpost
Redaktion

Telefon: 02331/9174160

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