Westfalenpost: Mehr, mehr, mehr funktioniert nicht mehr Von Martin Korte

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Mehr Polizei! Mehr Bundeswehrsoldaten! Mehr
Mitarbeiter für das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge! Mehr
Lehrer! Mehr! Mehr! Mehr! Schwimmen wir eigentlich schon wieder im
Geld? Richtig: Bund, Länder und Kommunen haben in den ersten drei
Quartalen dieses Jahres einen satten Überschuss von fast vier
Milliarden Euro „erwirtschaftet“, weil wir so brav unsere Steuern
zahlen und die Konjunktur brummt. Aber auch richtig: Alle Haushalte
stehen zusammen noch immer vor einem gigantischen Schuldenberg in
Höhe von insgesamt 2000 Milliarden Euro. Das können wir uns nur
leisten, weil die Zinsen kurz über der Nulllinie schweben. Polizisten
halten tagtäglich für uns buchstäblich den Kopf hin, sie sehen sich
Beleidigungen ausgesetzt, arbeiten in gesundheitsschädlichen
Schichtdiensten und sind in der Regel keine Großverdiener. Polizisten
schützen uns, und schon allein aus diesem Grund haben sie unseren
Respekt und unsere Unterstützung verdient. Sicherheit kostet Geld.
Weil aber das ständige „Mehr“ auf Dauer nicht funktionieren kann,
müssen die Probleme auch über eine veränderte Aufgaben-Definition
angegangen werden. Seit Jahren wird darüber diskutiert, wie
Polizisten von Verwaltungspflichten und Bagatellaufgaben entlastet
werden können. Die Ergebnisse sind überschaubar. An den gesunden
Menschenverstand des ganz normalen Bürgers zu appellieren, bei
Blechschäden nicht die Polizei zu rufen, nicht mit Tempo 70 durch die
30-er Zone zu brettern, vor roten Ampeln nicht noch Gas zu geben und
den Streit mit dem Nachbarn ohne Ordnungshüter auszutragen, um so die
Beamten zu entlasten, wäre wohl naiv. Deshalb lassen wir das lieber.

Pressekontakt:
Westfalenpost
Redaktion

Telefon: 02331/9174160

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