Westfalenpost: Monika Willer zur Verbots-Diskussionüber den Unkrautvernichter Glyphosat

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Dass Gärtner heute den Begriff Wildkräuter statt
Unkraut benutzen, ist nur ein Beispiel für den Sinneswandel, der sich
in der Landwirtschaft durchzusetzen beginnt. Und dass der Mensch
keine Zukunft hat, wenn die Bienen sterben, ist längst auch in den
Ministerien angekommen. Deshalb ist ein Verbot des Unkrautvernichters
Glyphosat überfällig. Das steht wohl auch zu erwarten, nachdem der
öffentliche Druck durch die Einstufung des Mittels als
„wahrscheinlich krebserzeugend“ so groß geworden ist, dass Baumärkte
den Stoff aus dem Verkauf nehmen. Doch die Hintergründe sind
komplizierter. Nicht nur läuft die Zulassung von Glyphosat in
Deutschland aus. Auch die Patente sind inzwischen abgelaufen, so dass
der Markt von chinesischen Herstellern dominiert wird. Der US-Konzern
Monsanto verdient an seinem „Roundup“ längst nicht mehr so viel wie
früher. Andere Konzerne sind bereits aus dem Geschäft ausgestiegen,
denn die wachsende Resistenz von Wildkräutern gegen Glyphosat lässt
die Margen zusätzlich schrumpfen. Doch eine Alternative zu Glyphosat
ist für die Industrie noch nicht in Sicht. Und so darf man
spekulieren, dass der Druck auf die Gewinnerwartung erreicht, was
die Umweltschützer lange versucht haben: Die Zukunft der Agrochemie
dürfte biologisch sein.

Pressekontakt:
Westfalenpost
Redaktion

Telefon: 02331/9174160

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