Westfalenpost: Nina Grunsky zu Ausschreitungen bei Mottowochen

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Das Abitur ist heutzutage eine reife Leistung. Wer
es schafft, egal ob in zwölf oder in 13 Jahren, hat es sich verdient
zu feiern. Keine Frage. Zumal bei der Planung von Mottowochen,
Abitur-Zeitschriften, bei der Organisation von Bällen möglicherweise
wichtigere Kompetenzen zu gewinnen sind als in mancher Schulstunde.
Und eine gute Leistung, einen Erfolg genießen können, statt weiter
zur nächsten Aufgabe zu hetzen – auch das muss man fürs Leben lernen.
Maß halten aber ebenso. Eine Woche Karneval zum Ende der Schulzeit,
dazu noch Streiche, teure Bälle, kostspielige Abendkleider – da darf
man zumindest überlegen, ob die Fete mittlerweile nicht doch etwas
überbewertet wird. Prügeleien aber mit Jugendlichen anderer Schulen,
Rivalitäten zwischen Gymnasien, gestohlene Fahnen, bepinkelte
Klassenräume, Eier an Schulfassaden – das hat mit Feiern überhaupt
nicht mehr zu tun. Auch nichts mit einer Auflehnung gegen
Autoritäten. Das mag allenfalls im „Fliegenden Klassenzimmer“ von
Erich Kästner romantisch erscheinen, ist aber einfach nur dumm und
mit Alkohol und Partystimmung keinesfalls zu entschuldigen. Da fehlt
dann doch ganz offenbar die nötige Reife.

Pressekontakt:
Westfalenpost
Redaktion

Telefon: 02331/9174160

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