Westfalenpost: Pendeln ist günstiger. Ein Kommentar von Harald Ries zur Diskussion um den Regierungssitz

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Heute vor 25 Jahren hat der Bundestag beschlossen,
die Hauptstadt nach Berlin zu verlegen und die Regierungsarbeit
zwischen Berlin und Bonn aufzuteilen. Aus diesem Anlass gibt es
erneut Stimmen, die nun einen Komplettumzug fordern. Dafür gibt es
gute Gründe: Bonn hat in den vergangenen Jahrzehnten nicht gelitten
unter dem Exodus gen Osten und würde auch einen weiteren Beamtenabzug
verkraften. Es fallen trotz Digitalisierung immer noch viele
Dienstreisen an und es kommt zu unnötigen Verzögerungen in den
Arbeitsabläufen. Alles, was wichtig ist, findet sowieso bereits an
der Spree statt und nicht am Rhein. Die Bundesregierung weicht also
schleichend immer mehr vom Bonn/Berlin-Gesetz ab. Dagegen spricht die
Regionalpolitik: NRW würde geschwächt. Berlin entwickelt schon jetzt
mehr Zugkraft als wünschenswert ist in einem Land, das stolz ist auf
viele lebendige Zentren. Das wichtigste Argument gegen den
Komplettumzug aber ist das finanzielle, nur anders, als der Bund der
Steuerzahler behauptet: Für das, was solche Großprojekte
erfahrungsgemäß zu kosten pflegen, können wir noch mehr als hundert
Jahre pendeln. Sich provisorisch durchzuwursteln, mag nicht sehr
preußisch sein, aber für die Bundesrepublik hat sich das oft
ausgezahlt.

Pressekontakt:
Westfalenpost
Redaktion

Telefon: 02331/9174160

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