Westfalenpost: Politische Entscheidung Von Lorenz Redicker

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Die Entscheidung ist die einzig vernünftige: Der
Bundeswehr-Einsatz in der Türkei läuft aus, Deutschland zieht seine
Patriot-Systeme ab. Das Bedrohungsszenario habe sich geändert, heißt
es offiziell. Das aber ist nur die halbe Wahrheit – auch wenn sie
nicht ganz falsch ist. Tatsächlich wird die Türkei heute weniger von
syrischen Raketen als vom IS-Terror bedroht.

So wie die Entscheidung für die Stationierung der
Raketenabwehr-Systeme 2013 vor allem eine politische, weniger eine
militärische war, sind es jetzt politische Gründe, die zum Abzug
führen. Damals ging es um symbolischen Beistand für die Türkei,
nachdem dort Granaten aus Syrien eingeschlagen waren. Patriot-Systeme
können dagegen nichts ausrichten. Zum befürchteten Einsatz von
Raketen durch Syrien hingegen kam es nie.

Dieser symbolische Beistand wird jetzt aufgekündigt. Die Türkei
hat in der Vergangenheit den IS eher unterstützt denn bekämpft; schon
das verärgerte die Nato-Partner nachhaltig. Dass die türkische
Regierung auch noch den Waffenstillstand mit der PKK aufgekündigt hat
und die Kurden in Syrien angreift, bringt das Fass zum Überlaufen.
Zumal Deutschland kurdische Peschmerga-Kämpfer im Nordirak mit Waffen
im Kampf gegen den IS unterstützt. Die Türkei erweist sich derzeit
als kaum verlässlicher Partner – das kann nicht ohne Folgen bleiben.

Pressekontakt:
Westfalenpost
Redaktion

Telefon: 02331/9174160

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