Westfalenpost: Putins Pläne prüfen Von Dirk Hautkapp

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Der Befund mag vielen den Magen umdrehen: Aber in
Syrien kommt das westliche Bündnis nicht mehr an Russland vorbei.
Wladimir Putin hat mit den ersten militärischen Fingerübungen an
Syriens Küsten Fakten geschaffen. Moskau, nach der
Ukraine-Intervention in die Paria-Ecke gestellt, wird
voraussichtlich bei der UN-Vollversammlung in wenigen Tagen als
Problemlöser an den weltpolitischen Verhandlungstisch zurückkehren.

Aufgrund der katastrophalen humanitären Lage in Syrien und
angrenzenden Ländern hat der von Präsident Obama geführte Westen gar
keine andere Chance, als Putins Plan eines gemeinsamen Vorgehens
gründlich zu prüfen. Putin will ein Überschwappen der Bedrohung durch
den IS auf dafür notorisch anfällige Regionen im Kaukasus und in
Zentralasien abwehren. Er will zum anderen Syrien als einzige
Einflussschneise in den Mittleren Osten nicht verlieren. Er will
drittens im Verein mit Teheran den Amerikanern zuvorkommen.

Erst Assads Massenmord am eigenen Volk hat den Aufstieg des IS
beflügelt. Bleibt Assad im Amt, wird der Islamische Staat weiter
wachsen. Putin weiß das. Darum wird er nicht auf Gedeih und Verderb
an dem Aleviten-Herrscher festhalten. Aber er verlangt einen Preis
dafür, den Schlächter (weich ins Exil) fallen zu lassen:
Wiederaufnahme in den internationalen Klub.

Pressekontakt:
Westfalenpost
Redaktion

Telefon: 02331/9174160

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