Westfalenpost: Rolf Hansmann zum Flüchtlingsgipfel im Kanzleramt

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Am Tag vor dem Flüchtlingsgipfel im Kanzleramt hat
das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge seine Prognose zu den
erwarteten Asylanträgen in diesem Jahr noch einmal nach oben
korrigiert – auf 450 000. Es steht außer Frage, dass angesichts
des ungebremsten Zustroms von Flüchtlingen und Asylbewerbern dieser
Gipfel überfällig ist. Die Zeit drängt. Umso unverständlicher, dass
Berlin keine Vertreter der Kommunen, also Praktiker der
Flüchtlingspolitik, eingeladen hat.

Natürlich brauchen die
Städte und Gemeinden mehr Geld, um ihre Aufgaben für eine
menschenwürdige Flüchtlingsbetreuung erfüllen zu können. Und doch:
Asylpolitik darf nicht nur auf finanzielle Pflichten reduziert
werden, die zum öffentlichen Streiten zwischen Bund und Ländern
einladen. Asylpolitik muss die Grundlagen für eine Willkommenskultur
schaffen, die ihren Namen auch verdient hat.

Es geht zum
überwiegenden Teil um Menschen, die in ihren Heimatländern
unbeschreibliches Leid erfahren haben. Sie haben bei uns ein Recht
auf Integration, auf die Aussicht, ein selbstbestimmtes Leben in
einem freien Land zu führen, auf Menschenwürde. Vor diesem
Hintergrund ist der Vorstoß von NRW-Innenminister Jäger, Flüchtlinge
in Gewerbegebieten unterzubringen, wenig zielgerichtet.

Pressekontakt:
Westfalenpost
Redaktion

Telefon: 02331/9174160

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