Westfalenpost: Rolf Hansmann zur Selbstbewaffnung der Bevölkerung

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Die Ereignisse von Köln wirken nach. Wer geglaubt
hat, dass die Bundesbürger schnell zur Tagesordnung übergehen, findet
den Gegenbeweis in Waffenläden. Die Deutschen rüsten mit dem Kauf von
Reizgas und Schreckschusspistolen auf. Amerikanische Verhältnisse in
Deutschland? Eine schaurige Vorstellung. Waffen stehen nicht in dem
Ruf, deeskalierend zu wirken. Blinder Aktionismus ist unter dem
Eindruck aufwühlender Ereignisse nie hilfreich. Das Gefühl, mit dem
Tragen einer Waffe seiner Angst Herr werden zu können, ist
trügerisch. Dass dennoch viele Menschen – man möchte fast sagen:
hysterisch und panisch – in Waffengeschäfte rennen, zeigt eines: Die
Übergriffe auf Frauen in der Silvesternacht, die Bedrohungen durch
den Terrorismus und die offenen Fragen, wie die Flüchtlingskrise zu
bewältigen ist, haben das subjektive Sicherheitsgefühl der Bürger
gestört. Das Vertrauen in den Rechtsstaat ist erschüttert worden.
Hier gilt es nachhaltig anzusetzen: Es muss Schluss sein mit der
Schönrederei von Politikern, man tue genug für die innere Sicherheit.
Der Staat muss seiner Bevölkerung den Beweis erbringen, dass er sie
schützen kann. Und klar machen, dass das Gewaltmonopol einzig und
allein bei ihm liegt.

Pressekontakt:
Westfalenpost
Redaktion

Telefon: 02331/9174160

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