Westfalenpost: Sonderabgabe für Kinderlose: Völlig veraltet

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Wenigstens kein Verbot von Hüft-Operationen für
Menschen über 80 Jahre. Damit hatte sich der frühere Vorsitzende der
Jungen Union zu profilieren versucht. Mit der Sondersteuer für
Kinderlose will sich nun der Iserlohner Paul Ziemiak einen Namen
machen. Also mit einer Idee, die keineswegs neugeboren ist. Der
Vorschlag ist Jahre alt – und eigentlich auch längst umgesetzt. Einen
kleinen Zuschlag zahlen Kinderlose bereits für die
Pflegeversicherung. Auf der anderen Seite werden Eltern entlastet –
nicht nur durch die Zufriedenheit und die Freude, die sie mit ihren
Kinder gewinnen. Sondern auch durch die beitragsfreie Mitversicherung
bei den Krankenkassen, durch höhere Kinderfreibeträge bei der Steuer,
Kindergeld und ein Ehegattensplitting, falls sie verheiratet sind.

Sehnlicher geworden ist der Kinderwunsch durch all die Leistungen
seit Jahrzehnten nicht. Sehnlicher wird er auch nicht, wenn Väter und
Mütter, wie von Ziemiak vorgeschlagen, 1000 Euro für eine
Erstausstattung bekommen – um in den darauffolgenden 18 Jahren
125 000 Euro zuzuzahlen. Das „Starterpaket“ würde ebenso
wirkungslos versickern wie manche andere Familienförderung. Damit
Paare sich für Kinder entscheiden, braucht es sichere Arbeitsplätze,
stabile Familienverhältnisse, gute Betreuung und eine
kinderfreundliche Gesellschaft. Aber keine verknöcherten Vorschläge.

Pressekontakt:
Westfalenpost
Redaktion

Telefon: 02331/9174160

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