Westfalenpost: Stefan Pohlüber die NSA-Spionage gegen französische Spitzenpolitiker: Nicht unter Freunden

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Die Grande Nation ist sich – so zerstritten sie sich
gegenwärtig darstellt – ganz schnell einig, wenn es um die Ehre
geht. Die Ehre Frankreichs. Und die ist durch den NSA-Lauschangriff
auf drei französische Präsidenten ebenso erheblich beschädigt wie das
Verhältnis zu den Vereinigten Staaten.

Damit ist der Spionageskandal endgültig im Bewusstsein der meisten
Franzosen angekommen. Vorher hatte es offensichtlich immer nur die
anderen getroffen. Die Wut über den Vertrauensverlust ist
verständlich. Washington wird sich peinliche Fragen gefallen lassen
müssen – ähnliche wie die, die vor zwei Jahren aus Deutschland kamen.

Darum geht es im Kern – inhaltlich sind die Erkenntnisse der
NSA-Späher zu vernachlässigen. Dass Nicolas Sarkozy ein eitler Gockel
ist, der nur sich selbst die Lösung der Finanzkrise zutraut – wen
wundert es? Dass sich Präsident Hollande despektierlich über die
schier übermächtige Angela Merkel äußert – geschenkt. Es geht ums
Prinzip. Unter Freunden macht man so etwas nicht.

Apropos Freunde: Hatte nicht der Bundesnachrichtendienst der NSA
beim Spähen geholfen? Auch hier wird es peinliche Fragen geben.

Pressekontakt:
Westfalenpost
Redaktion

Telefon: 02331/9174160

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