Westfalenpost: Tierhaltung: Ein Dilemma

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Dass sich in der Tierhaltung und dem
Antibiotikaeinsatz in der Landwirtschaft etwas ändern muss, wird wohl
ernsthaft niemand bestreiten wollen. Damit ist keine pauschale
Vorverurteilung aller Bauern gemeint – sondern es geht um die
Erkenntnis, dass die Zucht und Mast von Schweinen, Rindern und
Hühnern längst und größtenteils in Form einer industriellen
Produktion erfolgen. Mit artgerechter Haltung und den Ursprüngen der
Versorgung hat das nur noch wenig zu tun. Das Anliegen, daran etwas
zu ändern, und zwar zu verbessern, ist ebenso verständlich wie es ein
beinahe unmögliches Vorhaben ist. NRW-Landwirtschaftsminister
Johannes Remmel will jetzt einen neuen Anlauf nehmen. Auf nationaler
Ebene sucht der Grünen-Politiker den Schulterschluss mit seinen
Amtskollegen in Bund und Ländern. Und wird schon dabei scheitern. Zu
unterschiedlich sind die Interessen, zu groß der Einfluss der
Lobbyisten. Und wenn dann noch eine Erhöhung der Preise ins Spiel
kommt, bröckelt auch die Unterstützung der Verbraucher. Ein Dilemma.
Für eine staatlich verordnete Abkehr von der gängigen Praxis in
Deutschland fehlt also eine Mehrheit – und die Akzeptanz in der
Bevölkerung. Auf EU-Ebene sieht das nicht anders aus. Zum Leidwesen
von Mensch und Tier.

Pressekontakt:
Westfalenpost
Redaktion

Telefon: 02331/9174160

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