Westfalenpost: Trügerische Sicherheit / Kommentar von Torsten Berninghaus zum Todesfall im selbstfahrenden Auto

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Ein Mensch ist tot, weil er sich auf Maschinen
verlassen hat. Für Tesla ist das der GAU, also der größte
anzunehmende Unfall. Doch dieser erste Todesfall in einem
computergesteuerten Auto erschüttert nicht nur den kalifornischen
Hersteller, sondern die gesamte Branche. Denn die Automobil-Industrie
hat sich längst entschieden. Emissionsfrei, voll-recycelbar und vor
allem selbstfahrend sollen die Wagen der Zukunft sein. Darauf haben
alle Hersteller ihre Strategie ausgerichtet.

Nun also das, was kommen musste. Die Technik hat versagt. In
diesem Fall war es vermutlich der Autopilot bzw. dessen Sensorik, die
einen weißen Lkw nicht vom Hintergrund unterscheiden konnte. Wir
sehen, was wir ohnehin wussten: Trotz aller Technik kann es eine
hundertprozentige Sicherheit nicht geben. Aber wir sehen auch, dass
diese Sicherheit unterstellt wird. Ansonsten hätte der Fahrer
vermutlich eingegriffen, als er das Hindernis erkannte.

Wer sich von einem Roboter-Auto chauffieren lässt, erwartet, dass
er die Zeit anders nutzen kann. Genau das versprechen die automobilen
Visionäre. Von fahrenden Büro-, Kino- oder Fitness-Fahrzeugen ist die
Rede. Fast waren wir geneigt, dies zu glauben.

Der Tod des Tesla-Piloten ist ein herber Schlag für die
technik-gläubige und auf Automatisierung getrimmte Gesellschaft.
Deshalb wird der Unfall die digitale Revolution verändern – aufhalten
aber wird er sie vermutlich nicht.

Pressekontakt:
Westfalenpost
Redaktion

Telefon: 02331/9174160

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