Westfalenpost: Vorbilder gesucht Von Rolf Hansmann

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Radikale Salafisten, das ist keine neue Erkenntnis
von Verfassungsschützern, haben nicht erst seit heute Moscheen in
Deutschland entdeckt, um ihren religiösen Fanatismus zu verbreiten.
Sie wissen, dass sie hier verunsicherte und orientierungslose junge
Menschen finden können, die sich als Verlierer fühlen. Anfällig für
einfache Antworten, für ein Weltbild fernab der „unmoralischen“
westlichen Gesellschaft. So anfällig, dass sie sich in kürzester Zeit
radikalisieren können. Vor diesem Hintergrund ist es umso
unverständlicher und geradezu fahrlässig, wenn Moscheegemeinden sich
Hassprediger ins Haus holen. Sich in Ahnungslosigkeit zu flüchten –
man habe die Radikalität des Gastes nicht gekannt – schafft erst
recht kein Vertrauen. Dabei hat der überwiegende Teil der
Moscheegemeinden in Deutschland Vertrauen verdient. Es steht außer
Frage, dass die gewaltbereiten Salafisten nach wie vor eine klare
Minderheit unter den über vier Millionen Muslimen in Deutschland
sind. Dennoch: Es reicht nicht, den Terror des sogenannten
Islamischen Staats zu verdammen. Moscheegemeinden müssen sich noch
offensiver mit dem Phänomen auseinandersetzen und alle Anstrengung
darauf verwenden, Jugendliche vor der ideologischen Propaganda zu
schützen. Nicht religiöse Hetzer, die junge Menschen für den
IS-Terror gewinnen wollen und Hass gegen Andersgläubige schüren,
gehören in die Moscheegemeinden. Sondern authentische Vorbilder, die
gefährdete junge Menschen erreichen und ihnen nahe bringen, dass die
„Botschaften“ der radikalen Salafisten nichts mit dem muslimischen
Glauben zu tun haben.

Pressekontakt:
Westfalenpost
Redaktion

Telefon: 02331/9174160

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