Westfalenpost: Wegweiser sind gut,aber nicht ausreichend Von Wilfried Goebels

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Sie stellen den Koran über alle weltlichen Gesetze,
verurteilen Ungläubige und unfromme Muslime und befolgen radikal die
Regeln aus der Frühzeit des Islam. Der extremistische Salafismus übt
auf viele junge Muslime offenbar eine große Faszination aus. Das
Projekt „Wegweiser“ soll Jugendliche vor dem Abrutschen bewahren, die
noch für Argumente ansprechbar sind. Dabei bleiben Zweifel, ob der
Staat genug Ausstiegsangebote macht.

Eltern, Freunde und Moschee-Vereine können sich vertraulich an die
wenigen Helfer wenden, wenn sie nicht mehr an zunehmend
radikalisierte Jugendliche herankommen. Nur wenige schließen sich den
gewaltbereiten Terrormilizen an, aber auch sonst schotten sich viele
Verirrte und Verwirrte ab und suchen in der salafistischen Szene eine
neue Heimat. Wer bei schulischen Problemen oder der Suche nach einer
Lehre keine Anlaufstelle hat, verfolgt andere Wege.

Das Präventionsprojekt „Wegweiser“ kann deshalb ein wichtiges
Mittel sein, um ein Abdriften in Hoffnungslosigkeit zu verhindern.
Wenn sich wöchentlich 40 Hilfesuchende an die Beratungsstellen
wenden, ist das aber nur ein Tropfen auf den heißen Stein. NRW hat
ein dramatisch wachsendes Problem mit dem Salafismus. Es wird auf
Dauer nicht ausreichen, einige Beratungsstellen mit je einer
Hilfskraft im Land einzurichten.

Die Landesregierung wird nicht müde darauf hinzuweisen, dass frühe
Vorsorge die spätere Nachsorge überflüssig macht. Das gilt aber nicht
nur für Kitas und Schulen. NRW muss den Einsatz gegen den Salafismus
verstärken. Die hohen Zuwächse in der salafistischen Szene sind
Warnung und Mahnung zugleich.

Pressekontakt:
Westfalenpost
Redaktion

Telefon: 02331/9174160

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