Westfalenpost: Wehret den Anfängen Von Wilfried Goebels

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Wenn Bürger ohne staatlichen Auftrag Recht und
Ordnung in die eigene Hand nehmen wollen, muss sich der Staat wehren.
Das Gewaltmonopol liegt beim Staat – er muss es allerdings auch
ausüben. Die Übergriffe in Köln haben das Sicherheitsgefühl vieler
Menschen beschädigt, Streifgänge von Bürgerwehren sind aber sicher
die falsche Antwort. Deutschlandweit registrieren Behörden das
Entstehen von Gruppen selbsternannter Beschützer. Nur ist es nicht
die Aufgabe dieser Nachbarschaftswächter, die Arbeit der Polizei zu
machen. Selbstschutz wird sonst schnell zu Selbstjustiz – deshalb
wehret den Anfängen. Die Polizei muss auf der Straße erkennbar
präsent sein: Da ist in den letzten Jahren zu viel gespart worden.
Viele Bürgerwehren sind nicht per se rechtsextremistisch. Deren
Struktur zieht Radikale, Kriminelle und Zukurzgekommene aber fast
magnetisch an. Das muss jeder wissen, der sich einer solchen
Gruppierung von Hobby-Sheriffs anschließt. Bisher handelt es sich bei
Bürgerwehren nicht um ein Massenphänomen, noch ist die Aktivität der
Anhänger im Netz ungleich höher als die Teilnahme an Streifgängen.
Die extremen Töne bei Facebook aber müssen beunruhigen.

Pressekontakt:
Westfalenpost
Redaktion

Telefon: 02331/9174160

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